2007-2010
Seit dem Genozid von 1994 leiden noch immer große Teile der Bevölkerung unter schweren Traumafolgestörungen. Da das Land nur über wenige Psychiater und eine begrenzte Zahl von Psychologen verfügt, werden traumatisierte Personen überwiegend durch Sozialarbeiter, Pfarrer und menschlich besonders qualifizierte Laien betreut und versorgt.
Seit 2009 bis zuletzt Weiterbildungen in ressourcenorientierter Traumapsychotherapie in Kigali/Rwanda in Zusammenarbeit mit dem Conseil Protestant du Rwanda (CPR), unterstützt durch Brot-für-die-Welt (vormals Evangelischer Entwicklungsdienst Deutschland EED)
Seit 2010 Basisausbildungen im Umgang mit traumatischen Krisen für Lehrer, Pfarrer und andere Berufsgruppen
Gründung von Trauma Help Rwanda, einer ruandischen NGO, deren Mitglieder von Experten von TraumaAid Deutschland ausgebildet wurden und zum Teil internationale EMDR-Trainings absolviert haben. Die NGO ist inzwischen vom ruandischen Staat offiziell anerkannt (Präsident: Jamuel Muhayimana). Durchführung von individueller Traumaberatung, ressourcenorientierter Psychotherapie und EMDR sowie von traumaorientierten Fortbildungen für Lehrer.
Weiterbildungen in ressourcenorientierter Traumapsychotherapie in Bujumbura/Burundi und Kigali/Rwanda für Teilnehmer aus Burundi mit Unterstützung der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
EMDR-Weiterbildungen für Teilnehmer aus Rwanda und Burundi in Kigali, teilweise mit Unterstützung der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
Oktober 2018 3tägige Planungskonferenz für die Region der großen Seen unter Beteiligung von Experten aus Ruanda, Burundi und Ost-Kongo sowie von Trauma-Aid zur Einführung niederschwelliger traumafokussierter Interventione
2019 fand, in Zusammenarbeit mit Trainern der ruandischen NGO Trauma Help Rwanda und mit finanzieller Unterstützung durch Brot-für-die Welt, erneut ein Grundkurs in ressourcenbasierter Traumatherapie statt. Außerdem wurde eine weitere Schulungseinheit im Rahmen des seit 2018 und bis 2020 laufenden Training-for-Trainers durchgeführt. Die künftigen ruandischen Ausbilder werden ressourcenbasierte Traumatherapie in Verbindung mit EMDR-Techniken unterrichten.
Von nun an sah das Projekt vor, dass alle Teilnehmer in ihren Institutionen eine Kleingruppe von 5–6 Traumatherapeuten und -beratern in ressourcenbasierter Traumatherapie unterrichten und deren Therapien supervidieren. Ein entsprechender Kurs für Trainer und Supervisoren wurde dazu geplant. Wegen der Corona-Beschränkungen mussten die Auswahl-Gespräche online stattfinden. Experten von TraumaAid Deutschland führten 5 Trainingseinheiten zu je 5 Tagen durch, in denen sie die theoretischen Grundlagen und praktischen Anwendungen der Lehre und Supervision im Bereich der ressourcenbasierten Traumatherapie vermittelten. Im Rahmen dieser Trainingseinheiten hatten die Teilnehmer auch Gelegenheit, sich bezüglich ihrer bisherigen Lehr- und Supervisionstätigkeit in den Kleingruppen auszutauschen. Ergänzend wurden von Trauma Help Rwanda Supervisionstage angeboten, an denen sie ihre eigenen Behandlungsfälle supervidieren lassen konnten. Erwähnenswert ist weiterhin, dass dem langjährigen ruandischen Kooperationspartner und Gründer von Trauma Help Rwanda das Zertifikat als TPSS+/ROTATE-Trainer ausgehändigt wurde.
Während die neuen ruandischen Trainer und Supervisoren in der letzten Phase des Projekts noch von Experten von TraumaAid ausgebildet worden waren, wird in der jetzigen Phase des Projekts ein Trainer- und Supervisorenkurs durchgeführt, bei dem die Mehrzahl der künftigen ruandischen Trainer und Supervisoren schon von ruandischen Trainern ausgebildet worden sind. Auch dieses Mal haben alle Teilnehmer in ihren Institutionen eine Kleingruppe von 5–6 Traumatherapeuten und -beratern zusammengestellt, die sie in ressourcenbasierter Traumatherapie unterrichten und deren Therapien sie supervidieren. Wie in der letzten Phase des Projekts sind auch jetzt die theoretischen Grundlagen und praktischen Anwendungen von Lehre und Supervision und die Auswertung der Erfahrungen in den Kleingruppen Gegenstand der Trainingseinheiten.